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Rechte & PflichtenAktualisiert am Von der Genieportal-Redaktion

Befristeter Werkstudentenvertrag: Verlängerung und Ende

Befristung im Werkstudentenvertrag: welche Regeln gelten, wie oft verlängert werden darf, wann du kündigen kannst und was am Vertragsende passiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Befristung muss vor Arbeitsbeginn schriftlich vereinbart sein, sonst gilt der Vertrag als unbefristet.
  • Ohne Sachgrund: höchstens zwei Jahre und höchstens drei Verlängerungen, nur bei Neueinstellung.
  • Kündbar ist ein befristeter Vertrag nur, wenn das vereinbart ist.
  • Weiterarbeit nach dem Enddatum mit Wissen des Arbeitgebers kann den Vertrag unbefristet machen.
  • Gegen eine unwirksame Befristung musst du innerhalb von drei Wochen nach Vertragsende klagen.

Ist eine Befristung im Werkstudentenvertrag normal?

Ja, viele Werkstudentenverträge sind befristet, oft auf ein oder zwei Semester oder auf ein festes Datum. Eine Befristung ist aber nur unter den Voraussetzungen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes wirksam.

Auch mit befristetem Vertrag hast du dieselben Rechte wie andere Arbeitnehmer, etwa auf Mindestlohn, Urlaub und Lohnfortzahlung bei Krankheit.

Welche Regelungen gehören in einen befristeten Werkstudentenvertrag?

Die Befristung selbst muss schriftlich vereinbart sein, mit Unterschrift beider Seiten und vor Arbeitsbeginn. Fehlt die Schriftform, gilt dein Vertrag als unbefristet.

  • Enddatum oder Zweck: wann oder mit welchem Ereignis der Vertrag endet
  • Wochenstunden: in der Vorlesungszeit in der Regel höchstens 20, dazu eine Regel für die Semesterferien
  • Stundenlohn: mindestens der Mindestlohn von 13,90 Euro, ab 1. Januar 2027 14,60 Euro
  • Kündigungsmöglichkeit: Ein befristeter Vertrag ist nur ordentlich kündbar, wenn das ausdrücklich vereinbart ist.
  • Probezeit: Sie muss zur Dauer der Befristung und zur Tätigkeit passen.
  • Urlaub: mindestens der gesetzliche Anspruch, umgerechnet auf deine Arbeitstage

Welche Arten der Befristung gibt es bei Werkstudentenverträgen?

Es gibt die Befristung ohne Sachgrund und die Befristung mit Sachgrund. Ohne Sachgrund darf ein Vertrag höchstens zwei Jahre dauern und in dieser Zeit höchstens dreimal verlängert werden.

Befristung ohne Sachgrund (§ 14 Abs. 2 TzBfG)

  • Höchstens zwei Jahre Gesamtdauer, bis dahin höchstens drei Verlängerungen
  • Nur bei einer Neueinstellung: Warst du schon einmal beim selben Arbeitgeber angestellt, ist sie in der Regel nicht zulässig.
  • In den ersten vier Jahren nach einer Unternehmensgründung sind bis zu vier Jahre möglich.

Befristung mit Sachgrund (§ 14 Abs. 1 TzBfG)

Hier braucht der Arbeitgeber einen sachlichen Grund, zum Beispiel einen nur vorübergehenden Bedarf, die Vertretung einer anderen Person oder Gründe, die in deiner Person liegen. Eine feste Höchstdauer gibt es dafür nicht, der Grund muss aber bei jedem neuen Vertrag tatsächlich vorliegen. Sehr lange Ketten von Befristungen prüfen die Arbeitsgerichte auf Missbrauch.

Wann sollte ich die Verlängerung meines Werkstudentenvertrags ansprechen?

Sprich die Verlängerung einige Wochen vor dem Vertragsende an, denn eine automatische Verlängerung gibt es nicht. Ohne neue Vereinbarung endet dein Vertrag zum vereinbarten Datum.

Die Verlängerung muss wie die Befristung selbst schriftlich und vor Ablauf des alten Vertrags vereinbart werden. Arbeitest du nach dem Enddatum mit Wissen deines Arbeitgebers einfach weiter und widerspricht er nicht sofort, gilt dein Vertrag als unbefristet verlängert. Verlass dich darauf aber nicht, sondern kläre die Verlängerung rechtzeitig.

Was passiert am Ende eines befristeten Vertrags?

Dein Vertrag endet zum vereinbarten Datum, ohne dass jemand kündigen muss. Hältst du die Befristung für unwirksam, musst du innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Ende Klage beim Arbeitsgericht erheben.

  • Arbeitszeugnis: Du hast Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. Fordere ein qualifiziertes Zeugnis an, wenn du auch eine Bewertung deiner Leistung willst.
  • Resturlaub: Urlaub, den du wegen des Vertragsendes nicht mehr nehmen kannst, muss der Arbeitgeber auszahlen.
  • Arbeitszeitkonto: Ein offenes Guthaben wird nach den Regeln deines Vertrags abgerechnet.
  • Neuer Job: Du kannst direkt im Anschluss bei einem anderen Arbeitgeber anfangen.

Kann ich trotz Befristung kündigen?

Nur wenn dein Vertrag oder ein anwendbarer Tarifvertrag eine ordentliche Kündigung erlaubt. Ohne eine solche Klausel bist du grundsätzlich bis zum Vertragsende gebunden, ihr könnt euch aber jederzeit einvernehmlich auf eine frühere Beendigung einigen.

Ist eine Kündigung vereinbart, gilt ohne andere Regelung die gesetzliche Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende, in einer vereinbarten Probezeit zwei Wochen. Kündigung und Aufhebungsvertrag müssen schriftlich mit Unterschrift erfolgen.

Kann mein Werkstudentenvertrag entfristet werden?

Ja, dein Arbeitgeber kann dir jederzeit einen unbefristeten Werkstudentenvertrag anbieten. Ein Anspruch darauf besteht aber nicht.

Ist die Befristung unwirksam, etwa weil die Schriftform fehlt oder du schon vorher beim selben Arbeitgeber angestellt warst, gilt der Vertrag kraft Gesetzes als unbefristet.

Auf welchen Quellen basiert dieser Artikel?

Die Angaben stammen aus dem Teilzeit- und Befristungsgesetz und weiteren Gesetzen, zuletzt geprüft am 12. Oktober 2026:

§ 14 TzBfG, § 15 TzBfG, § 16 TzBfG, § 17 TzBfG, § 622 BGB, § 623 BGB, § 7 BUrlG, § 109 GewO, Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung

Häufige Fragen

Wie oft darf mein Werkstudentenvertrag verlängert werden?

Ohne Sachgrund höchstens dreimal innerhalb von insgesamt zwei Jahren. Mit Sachgrund gibt es keine feste Grenze, der Grund muss aber bei jeder Verlängerung vorliegen.

Was passiert, wenn ich nach Vertragsende einfach weiterarbeite?

Weiß dein Arbeitgeber davon und widerspricht er nicht unverzüglich, gilt dein Vertrag als auf unbestimmte Zeit verlängert. Das regelt § 15 Abs. 6 TzBfG.

Reicht eine per E-Mail vereinbarte Befristung?

Nein. Die Befristung braucht die Schriftform, also ein Papier mit eigenhändiger Unterschrift beider Seiten. Eine E-Mail oder ein eingescannter Vertrag reicht nicht, die Befristung ist dann unwirksam und der Vertrag gilt als unbefristet.

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Stand: Oktober 2026· Alle Angaben ohne Gewähr