Wie viel Zeit verlieren Werkstudenten durchs Pendeln?
Viele Werkstudenten pendeln zwischen Uni, Arbeitsplatz und Wohnung und verbringen dabei 5-15 Stunden pro Woche in Bus, Bahn oder Auto. Das ist eine Menge Zeit, die du entweder sinnvoll nutzen oder minimieren solltest.
Wie spare ich als Werkstudent Kosten beim Pendeln?
Nutze zuerst dein Semesterticket, sofern der Arbeitsplatz im Geltungsbereich liegt, sonst das Deutschlandticket. Bei kurzen Strecken bis 10 km ist das Fahrrad am günstigsten, mit dem Auto sparen Fahrgemeinschaften die Hälfte.
Semesterticket
Dein Semesterticket ist im Semesterbeitrag enthalten (meist 100-350 EUR pro Semester). In vielen Städten deckt es den gesamten ÖPNV ab, manchmal sogar das ganze Bundesland. Prüfe den Geltungsbereich: Liegt dein Arbeitsplatz innerhalb?
Deutschlandticket
Das Deutschlandticket für 63 EUR/Monat gilt im gesamten ÖPNV deutschlandweit. Wenn dein Semesterticket den Arbeitsplatz nicht abdeckt, ist es die günstigste Option. Manche Arbeitgeber bezuschussen das Deutschlandticket oder übernehmen es komplett.
Fahrrad
Bei Entfernungen bis 10 km ist das Fahrrad oft die schnellste und günstigste Option. Es gibt keine Ticketkosten und keine Wartezeiten, dafür frische Luft und Fitness. Ein gebrauchtes Fahrrad gibt es ab 50-100 EUR.
Fahrgemeinschaften
Wenn du mit dem Auto pendelst: BlaBlaCar Daily oder eine Fahrgemeinschaft mit Kollegen. Spritkosten teilen = halbe Kosten.
Wie nutze ich die Pendelzeit als Werkstudent sinnvoll?
Statt gelangweilt aufs Handy zu starren, kannst du die Pendelzeit sinnvoll investieren:
Lernen
- Karteikarten: Anki-App oder physische Karteikarten, ideal für Bus und Bahn
- Vorlesungsaufnahmen: Wenn dein Prof die Vorlesung aufzeichnet, höre sie im Bus nach
- Podcasts: Fachpodcasts zu deinem Studiengebiet
- Zusammenfassungen lesen: Skripte und Notizen auf dem Tablet durchgehen
Arbeit
- E-Mails: Morgens in der Bahn E-Mails lesen und beantworten
- To-Do-Liste: Den Arbeitstag planen und priorisieren
- Kleinere Aufgaben: Recherche, Texte lesen, Daten sichten
Persönliche Entwicklung
- Hörbücher: Fachbücher, Karriere-Ratgeber oder Romane
- Sprachen lernen: Duolingo oder Babbel. 15 Minuten täglich wirken Wunder
- Meditation: Kopfhörer rein, Calm oder Headspace starten und Stress abbauen
Kann ich als Werkstudent meine Fahrtkosten von der Steuer absetzen?
Pendeln kostet Geld. Du kannst die Kosten aber in der Steuererklärung absetzen:
Entfernungspauschale
- 0,38 EUR/km einfache Strecke ab dem ersten Kilometer (Wohnung → Arbeit, erster Arbeitsort), so gilt es seit 1. Januar 2026
- Gilt unabhängig vom Verkehrsmittel (auch Fahrrad, zu Fuß)
- Berechnung: Kilometer × Arbeitstage × Satz
ÖPNV-Kosten
Wenn deine tatsächlichen Ticketkosten höher als die Entfernungspauschale sind, kannst du die tatsächlichen Kosten ansetzen. Beispiel: Deutschlandticket 756 EUR/Jahr vs. Entfernungspauschale 450 EUR → 756 EUR ansetzbar.
Fahrtkosten zur Uni
Fahrten zur Uni sind Ausbildungskosten und können ebenfalls abgesetzt werden, im Erststudium als Sonderausgaben, im Zweitstudium als Werbungskosten.
Wie kann ich als Werkstudent weniger pendeln?
Verhandle zwei bis drei Homeoffice-Tage pro Woche und leg deine Bürotage auf vorlesungsfreie Tage. Bei der nächsten Wohnungssuche lohnt sich zudem eine Lage zwischen Uni und Arbeitsplatz.
Homeoffice verhandeln
Wenn dein Job es erlaubt: 2-3 Homeoffice-Tage pro Woche sparen dir 4-6 Stunden Pendelzeit. Sprich deinen Chef darauf an. Seit Corona sind die meisten Arbeitgeber offen dafür.
Arbeitszeiten an Uni-Zeiten anpassen
Wenn du montags und mittwochs Vorlesung hast, arbeite dienstags und donnerstags im Büro. So pendelst du nicht täglich zwischen Uni und Arbeit.
Wohnung strategisch wählen
Bei der nächsten Wohnungssuche: Lage zwischen Uni und Arbeit wählen. Die perfekte Wohnung ist vielleicht nicht die günstigste oder schönste, aber die mit dem kürzesten Gesamtweg.
Was solltest du dir merken?
Pendeln als Werkstudent ist oft unvermeidbar. Du kannst es aber günstiger, produktiver und kürzer gestalten. Nutze Semesterticket und Deutschlandticket, setze Fahrtkosten steuerlich ab und verwandle die Pendelzeit in Lern- oder Arbeitszeit. Und wenn möglich: Verhandle Homeoffice-Tage.