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Referenzen & Zeugnisse – Das brauchst du nach dem Studium

Referenzen und Zeugnisse als Werkstudent: Arbeitszeugnis anfordern, Referenzgeber wählen und beides optimal für den Berufseinstieg nutzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Qualifiziertes Arbeitszeugnis immer in der letzten Arbeitswoche anfordern
  • 1-2 Referenzpersonen identifizieren und um Erlaubnis bitten
  • LinkedIn-Empfehlungen von Vorgesetzten stärken das Profil enorm
  • Eigene Projekte und Ergebnisse dokumentieren – für Lebenslauf und Gespräche
  • Zeugnis-Codes kennen: 'stets zur vollsten Zufriedenheit' = Note 1

Warum Referenzen und Zeugnisse so wichtig sind

Beim Berufseinstieg nach dem Studium zählen nicht nur Noten. Arbeitgeber wollen wissen, wie du dich im Arbeitsalltag bewährt hast – und dafür sind Arbeitszeugnisse und persönliche Referenzen entscheidend. Als ehemaliger Werkstudent hast du beides zur Hand.

Das Arbeitszeugnis

Dein Recht

Jeder Arbeitnehmer hat nach § 630 BGB Anspruch auf ein Arbeitszeugnis – auch Werkstudenten. Fordere es aktiv an, am besten in der letzten Arbeitswoche.

Einfaches vs. qualifiziertes Zeugnis

  • Einfaches Zeugnis: Nur Dauer und Art der Tätigkeit – keine Bewertung
  • Qualifiziertes Zeugnis: Mit Leistungs- und Verhaltensbewertung – immer das qualifizierte verlangen!

Zeugnis-Codes verstehen

  • "stets zur vollsten Zufriedenheit" = Note 1 (sehr gut)
  • "stets zur vollen Zufriedenheit" = Note 2 (gut)
  • "zur vollen Zufriedenheit" = Note 3 (befriedigend)
  • "zur Zufriedenheit" = Note 4 (ausreichend)
  • "hat sich bemüht" = Note 5 (mangelhaft)

Tipps fürs Arbeitszeugnis

  • Selbst einen Entwurf schreiben: Viele Vorgesetzte sind dankbar wenn du eine Vorlage lieferst
  • Aufgaben dokumentieren: Erstelle eine Liste deiner Projekte und Aufgaben – hilft dem Zeugnisschreiber
  • Schlussformel beachten: Dank + Bedauern + Zukunftswünsche = sehr gutes Zeugnis
  • Bei schlechtem Zeugnis: Korrektur verlangen – du hast das Recht auf eine wohlwollende Bewertung

Persönliche Referenzen

Was sind Referenzen?

Referenzen sind Personen, die ein neuer Arbeitgeber kontaktieren darf, um sich über dich zu informieren. In Deutschland weniger verbreitet als in den USA/UK, aber bei internationalen Unternehmen, Beratungen und im akademischen Bereich sehr üblich.

Wen als Referenz angeben?

  • Direkte/r Vorgesetzte/r: Die beste Referenz – kennt deine tägliche Arbeit
  • Teamleiter/in: Wenn der direkte Vorgesetzte nicht verfügbar ist
  • Projekt-Ansprechpartner: Bei größeren Projekten, an denen du gearbeitet hast
  • Professor/in: Besonders wenn du deine Abschlussarbeit im Unternehmen geschrieben hast

Wie bittest du um eine Referenz?

"Herr/Frau [Name], ich bewerbe mich gerade für [Position] bei [Unternehmen]. Dürfte ich Sie als Referenz angeben? Sie könnten besonders gut meine [Fähigkeit/Erfahrung] bestätigen."

Wichtig:

  • Immer vorher fragen – nie ohne Erlaubnis angeben
  • Die Person informieren, bei welcher Firma du dich bewirbst
  • Stichpunkte mitgeben: Was soll die Person über dich sagen?

LinkedIn-Empfehlungen

Die digitale Form der Referenz. Bitte Vorgesetzte und Kollegen um eine schriftliche Empfehlung auf LinkedIn:

  • Gehe auf das LinkedIn-Profil der Person
  • Klicke auf "Empfehlung erbitten"
  • Schreibe eine persönliche Nachricht dazu

LinkedIn-Empfehlungen sind öffentlich sichtbar und stärken dein Profil – besonders bei Recruitern.

Empfehlungsschreiben

Ein Empfehlungsschreiben ist ein formeller Brief deines Vorgesetzten, in dem er deine Leistungen und Eignung bestätigt. Besonders wertvoll für:

  • Bewerbungen bei internationalen Unternehmen
  • Stipendien und Förderprogramme
  • Bewerbungen auf Traineeprogramme

Sammlung: Was du am Ende des Werkstudentenjobs haben solltest

  • Qualifiziertes Arbeitszeugnis (Pflicht!)
  • 1-2 Referenzpersonen (mit deren Einwilligung)
  • LinkedIn-Empfehlung (mindestens 1)
  • Dokumentation deiner Projekte und Ergebnisse (für deinen Lebenslauf)
  • Kontaktdaten deiner wichtigsten Ansprechpartner (für dein Netzwerk)

Referenzen und Zeugnisse richtig nutzen

Im Lebenslauf

  • Zeugnis: Als Anlage der Bewerbung beilegen
  • Referenzen: "Referenzen auf Anfrage" am Ende des Lebenslaufs – oder direkt Namen + Kontakt angeben

Im Vorstellungsgespräch

  • "Mein ehemaliger Vorgesetzter Herr [Name] kann meine Erfahrungen bestätigen und steht als Referenz zur Verfügung."

Fazit

Arbeitszeugnis, Referenzen und LinkedIn-Empfehlungen sind dein Beweis für echte Berufserfahrung. Fordere sie aktiv ein, bevor der Werkstudentenjob endet – später wird es schwieriger. Diese Dokumente machen beim Berufseinstieg den entscheidenden Unterschied zu Absolventen ohne Praxiserfahrung.

Häufige Fragen

Wann sollte ich das Arbeitszeugnis anfordern?
Idealerweise in der letzten Arbeitswoche – dann sind deine Leistungen noch frisch im Gedächtnis des Vorgesetzten. Du hast bis zu 3 Jahre nach Vertragsende Anspruch, aber je früher desto besser.
Darf ich selbst einen Zeugnisentwurf schreiben?
Ja, das ist sogar üblich und wird von vielen Vorgesetzten geschätzt. Schreibe einen positiven Entwurf mit deinen Aufgaben, Erfolgen und der Leistungsbewertung. Dein Chef passt ihn an und unterschreibt.
Was mache ich wenn mein Vorgesetzter nicht mehr im Unternehmen ist?
Dann kann die HR-Abteilung ein Zeugnis ausstellen. Alternativ: Bitte deinen ehemaligen Vorgesetzten um eine persönliche Referenz oder LinkedIn-Empfehlung – die ist unabhängig vom Unternehmen.

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Stand: März 2026· Alle Angaben ohne Gewähr