Warum Referenzen und Zeugnisse so wichtig sind
Beim Berufseinstieg nach dem Studium zählen nicht nur Noten. Arbeitgeber wollen wissen, wie du dich im Arbeitsalltag bewährt hast – und dafür sind Arbeitszeugnisse und persönliche Referenzen entscheidend. Als ehemaliger Werkstudent hast du beides zur Hand.
Das Arbeitszeugnis
Dein Recht
Jeder Arbeitnehmer hat nach § 630 BGB Anspruch auf ein Arbeitszeugnis – auch Werkstudenten. Fordere es aktiv an, am besten in der letzten Arbeitswoche.
Einfaches vs. qualifiziertes Zeugnis
- Einfaches Zeugnis: Nur Dauer und Art der Tätigkeit – keine Bewertung
- Qualifiziertes Zeugnis: Mit Leistungs- und Verhaltensbewertung – immer das qualifizierte verlangen!
Zeugnis-Codes verstehen
- "stets zur vollsten Zufriedenheit" = Note 1 (sehr gut)
- "stets zur vollen Zufriedenheit" = Note 2 (gut)
- "zur vollen Zufriedenheit" = Note 3 (befriedigend)
- "zur Zufriedenheit" = Note 4 (ausreichend)
- "hat sich bemüht" = Note 5 (mangelhaft)
Tipps fürs Arbeitszeugnis
- Selbst einen Entwurf schreiben: Viele Vorgesetzte sind dankbar wenn du eine Vorlage lieferst
- Aufgaben dokumentieren: Erstelle eine Liste deiner Projekte und Aufgaben – hilft dem Zeugnisschreiber
- Schlussformel beachten: Dank + Bedauern + Zukunftswünsche = sehr gutes Zeugnis
- Bei schlechtem Zeugnis: Korrektur verlangen – du hast das Recht auf eine wohlwollende Bewertung
Persönliche Referenzen
Was sind Referenzen?
Referenzen sind Personen, die ein neuer Arbeitgeber kontaktieren darf, um sich über dich zu informieren. In Deutschland weniger verbreitet als in den USA/UK, aber bei internationalen Unternehmen, Beratungen und im akademischen Bereich sehr üblich.
Wen als Referenz angeben?
- Direkte/r Vorgesetzte/r: Die beste Referenz – kennt deine tägliche Arbeit
- Teamleiter/in: Wenn der direkte Vorgesetzte nicht verfügbar ist
- Projekt-Ansprechpartner: Bei größeren Projekten, an denen du gearbeitet hast
- Professor/in: Besonders wenn du deine Abschlussarbeit im Unternehmen geschrieben hast
Wie bittest du um eine Referenz?
"Herr/Frau [Name], ich bewerbe mich gerade für [Position] bei [Unternehmen]. Dürfte ich Sie als Referenz angeben? Sie könnten besonders gut meine [Fähigkeit/Erfahrung] bestätigen."
Wichtig:
- Immer vorher fragen – nie ohne Erlaubnis angeben
- Die Person informieren, bei welcher Firma du dich bewirbst
- Stichpunkte mitgeben: Was soll die Person über dich sagen?
LinkedIn-Empfehlungen
Die digitale Form der Referenz. Bitte Vorgesetzte und Kollegen um eine schriftliche Empfehlung auf LinkedIn:
- Gehe auf das LinkedIn-Profil der Person
- Klicke auf "Empfehlung erbitten"
- Schreibe eine persönliche Nachricht dazu
LinkedIn-Empfehlungen sind öffentlich sichtbar und stärken dein Profil – besonders bei Recruitern.
Empfehlungsschreiben
Ein Empfehlungsschreiben ist ein formeller Brief deines Vorgesetzten, in dem er deine Leistungen und Eignung bestätigt. Besonders wertvoll für:
- Bewerbungen bei internationalen Unternehmen
- Stipendien und Förderprogramme
- Bewerbungen auf Traineeprogramme
Sammlung: Was du am Ende des Werkstudentenjobs haben solltest
- Qualifiziertes Arbeitszeugnis (Pflicht!)
- 1-2 Referenzpersonen (mit deren Einwilligung)
- LinkedIn-Empfehlung (mindestens 1)
- Dokumentation deiner Projekte und Ergebnisse (für deinen Lebenslauf)
- Kontaktdaten deiner wichtigsten Ansprechpartner (für dein Netzwerk)
Referenzen und Zeugnisse richtig nutzen
Im Lebenslauf
- Zeugnis: Als Anlage der Bewerbung beilegen
- Referenzen: "Referenzen auf Anfrage" am Ende des Lebenslaufs – oder direkt Namen + Kontakt angeben
Im Vorstellungsgespräch
- "Mein ehemaliger Vorgesetzter Herr [Name] kann meine Erfahrungen bestätigen und steht als Referenz zur Verfügung."
Fazit
Arbeitszeugnis, Referenzen und LinkedIn-Empfehlungen sind dein Beweis für echte Berufserfahrung. Fordere sie aktiv ein, bevor der Werkstudentenjob endet – später wird es schwieriger. Diese Dokumente machen beim Berufseinstieg den entscheidenden Unterschied zu Absolventen ohne Praxiserfahrung.