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Gehalt, Steuern & FinanzenAktualisiert am Von der Genieportal-Redaktion

Vom Werkstudent zum Midijob: Wann lohnt es sich?

Werkstudent oder Midijob? Unterschiede bei Gehalt, Sozialversicherung und Steuern. Wann sich der Wechsel zum Midijob lohnt und worauf du achten musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Midijob: 538-2.000 EUR brutto mit reduzierten SV-Beiträgen und vollem Versicherungsschutz
  • Nach dem Studium oft vorteilhafter als ein Werkstudentenjob, weil die KV inklusive ist
  • Das Werkstudenten-Privileg gilt nur während des Studiums und endet mit der Exmatrikulation
  • Im Midijob: Keine 20-Stunden-Grenze mehr, dafür gleitende SV-Beiträge
  • Beim Übergang: Arbeitsvertrag anpassen und Krankenkasse informieren

Werkstudent vs. Midijob: Was ist der Unterschied?

Als Werkstudent arbeitest du in der Vorlesungszeit höchstens 20 Stunden pro Woche und zahlst dank Werkstudentenprivileg nur Rentenversicherung. Ein Midijob ist ein reguläres Arbeitsverhältnis mit einem Verdienst zwischen 603,01 und 2.000 Euro pro Monat, bei dem du in alle Sozialversicherungen einzahlst, aber mit reduzierten Beiträgen.

Die Frage stellt sich typischerweise nach dem Studium: Wenn du nicht direkt eine Vollzeitstelle findest, kann ein Midijob eine Übergangs- oder Einstiegslösung sein.

Gilt der Übergangsbereich auch für Werkstudenten?

Ja. Verdienst du als Werkstudent zwischen 603,01 und 2.000 Euro im Monat, wird der Übergangsbereich auch bei dir angewendet, allerdings nur in der Rentenversicherung. Dein Rentenbeitrag ist dann kleiner als 9,3 %: Bei 1.000 Euro brutto zahlst du 2026 zum Beispiel 52,86 Euro statt 93 Euro. Die anderen Versicherungen bleiben durch das Werkstudentenprivileg ohnehin frei. Deine Rentenansprüche zählen trotzdem aus dem vollen Lohn. Dein Arbeitgeber zahlt dafür etwas mehr als die Hälfte des Beitrags, bei 1.000 Euro 106 Euro.

Wann endet der Werkstudenten-Status?

Dein Werkstudentenstatus endet, wenn dein Studium endet, wenn du ein Urlaubssemester nimmst oder wenn du in der Vorlesungszeit regelmäßig mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Danach giltst du als Midijobber oder normaler Angestellter.

  • Studienende: mit Ablauf des Monats, in dem du das Gesamtergebnis deiner Abschlussprüfung offiziell schriftlich erfährst, spätestens mit der Exmatrikulation
  • Mehr als 20 Stunden: wenn du in der Vorlesungszeit regelmäßig mehr arbeitest, außer am Abend, in der Nacht oder am Wochenende
  • Urlaubssemester: weil du in dieser Zeit nicht am Studium teilnimmst

Arbeitest du danach beim selben Arbeitgeber weiter, wirst du als Midijobber oder normaler Angestellter eingestuft.

Was ist ein Midijob im Übergangsbereich?

Ein Midijob ist eine Beschäftigung mit 603,01 bis 2.000 Euro brutto im Monat. Du zahlst gleitend reduzierte Sozialversicherungsbeiträge, bist aber voll kranken-, renten-, pflege- und arbeitslosenversichert.

  • Verdienst: 603,01 bis 2.000 Euro brutto im Monat
  • Sozialversicherung: reduzierte Arbeitnehmerbeiträge, nicht die vollen rund 21 %
  • Versicherungsschutz: Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung
  • Rente: trotz reduzierter Beiträge volle Rentenansprüche

Wie werden die Beiträge berechnet?

Dein Anteil wird aus einem verringerten Betrag berechnet: 2.000 ÷ 1.397 × (Brutto minus 603 Euro). So steigt er gleitend an. Werte für 2026, kinderlos mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag:

  • Bei 603,01 Euro: fast 0 Euro Arbeitnehmerbeitrag, der Arbeitgeber trägt den Beitrag
  • Bei 1.000 Euro: 123,62 Euro, also rund 12 %
  • Bei 2.000 Euro: die vollen 21,75 % wie bei normalen Angestellten

Wie unterscheiden sich Werkstudent und Midijob beim Nettogehalt?

Bei 1.300 Euro brutto bleiben dir 2026 als Werkstudent nach Abzug der studentischen Krankenversicherung rund 1.058 Euro, im Midijob rund 1.083 Euro. Der Midijob liegt knapp vorn, weil die Krankenversicherung schon im Beitrag steckt.

Werkstudent (1.300 Euro brutto)

  • Rentenversicherung (Übergangsbereich): 92,80 Euro
  • Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung: 0 Euro (Werkstudentenprivileg)
  • Lohnsteuer (Steuerklasse I): 6,41 Euro
  • Studentische Krankenversicherung: rund 143 Euro, die du selbst zahlst
  • Verfügbar: rund 1.058 Euro

Midijob (1.300 Euro brutto, kinderlos)

  • Sozialversicherung im Übergangsbereich: 217,03 Euro
  • Krankenversicherung inklusive
  • Lohnsteuer (Steuerklasse I): 0 Euro
  • Verfügbar: rund 1.083 Euro

Bist du noch familienversichert, entfällt beim Werkstudenten der eigene Krankenkassenbeitrag. Das geht aber nur bis 667,50 Euro brutto im Monat.

Wann lohnt sich der Midijob?

Ein Midijob lohnt sich vor allem nach dem Studium als Übergang zur Festanstellung oder wenn du dauerhaft nur 15 bis 25 Stunden arbeiten willst. Auch wenn du im Werkstudentenjob an die 20-Stunden-Grenze stößt, ist er eine Option.

  • Nach dem Studium: Wenn du keinen Vollzeitjob findest, ist ein Midijob besser als nichts, denn du bist voll sozialversichert
  • Übergangsphase: Zwischen Studium und Festanstellung (3-6 Monate)
  • Teilzeitwunsch: Wenn du dauerhaft nur 15-25h arbeiten willst
  • Höheres Einkommen: Wenn du im Werkstudentenjob an die 20h-Grenze stößt

Wann lohnt sich der Werkstudentenjob mehr?

Solange du studierst, lohnt sich der Werkstudentenjob meist mehr, weil das Werkstudenten-Privileg ein großer finanzieller Vorteil ist. Zudem kannst du BAföG-Freibeträge besser nutzen und unter Umständen familienversichert bleiben.

  • Während des Studiums: Das Werkstudenten-Privileg ist ein großer finanzieller Vorteil
  • BAföG: Im Werkstudenten-Status können BAföG-Freibeträge besser genutzt werden
  • Familienversicherung: Wenn dein Gesamteinkommen unter 565 Euro im Monat bleibt, das sind bis 667,50 Euro brutto (im Minijob bis 603 Euro), bist du kostenlos über die Eltern versichert

Vom Werkstudent zum Midijob: Was ändert sich?

Im Midijob bist du über den Arbeitgeber krankenversichert und zahlst gleitend in alle Sozialversicherungen ein, an denen Arbeitnehmer beteiligt sind. Dafür baust du Ansprüche auf Arbeitslosengeld auf, und die 20-Stunden-Grenze entfällt.

  • Krankenversicherung: Du bist über den Job gesetzlich versichert und zahlst keinen eigenen Studentenbeitrag mehr
  • Beiträge: Du zahlst gleitend in Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung ein
  • Arbeitslosengeld: Du baust Ansprüche auf, wichtig als Sicherheitsnetz
  • Rente: Deine Ansprüche zählen wie bisher aus dem vollen Lohn, das war als Werkstudent genauso
  • Keine 20-Stunden-Grenze: Du darfst so viele Stunden arbeiten wie vereinbart

Wie wechsle ich vom Werkstudentenjob in einen Midijob?

Kläre den Übergang vor der Exmatrikulation mit deinem Arbeitgeber und lass den Arbeitsvertrag anpassen. Informiere deine Krankenkasse über den Statuswechsel und nutze den Moment, um über mehr Gehalt zu sprechen.

  • Nahtlos wechseln: Kläre den Übergang mit deinem Arbeitgeber vor der Exmatrikulation
  • Vertragsanpassung: Der Arbeitsvertrag muss angepasst werden (kein Werkstudenten-Vertrag mehr)
  • Krankenkasse informieren: Die KV muss über die Statusänderung informiert werden
  • Gehaltsverhandlung: Bei Statuswechsel ist ein guter Zeitpunkt, über eine Gehaltserhöhung zu sprechen

Was solltest du dir merken?

Der Midijob ist eine gute Übergangslösung nach dem Studium. Du bist voll sozialversichert bei reduzierten Beiträgen und hast keine 20-Stunden-Grenze mehr. Während des Studiums ist der Werkstudentenjob aber meistens vorteilhafter. Der Schlüssel: Rechne beide Varianten durch und wähle die, die für deine aktuelle Situation am besten passt.

Auf welchen Quellen basiert dieser Artikel?

Die Beträge sind mit den Beitragssätzen 2026, der amtlichen Formel für den Übergangsbereich und dem Programmablaufplan des Bundesfinanzministeriums berechnet, Stand 11. Oktober 2026:

Deutsche Rentenversicherung: Übergangsbereich, Rundschreiben zu beschäftigten Studenten, BMF-Lohnsteuerrechner 2026.

Häufige Fragen

Kann ich während des Studiums einen Midijob statt Werkstudentenjob haben?

Das kannst du nicht frei wählen. Arbeitest du in der Vorlesungszeit höchstens 20 Stunden pro Woche, bist du automatisch Werkstudent und zahlst nur Rentenversicherung. Arbeitest du regelmäßig mehr, bist du normaler Midijobber und zahlst in alle Sozialversicherungen ein.

Was ist besser nach dem Studium: Midijob oder Minijob?

Der Midijob ist deutlich besser: Du bist voll sozialversichert (Kranken-, Renten-, Arbeitslosenversicherung), baust Ansprüche auf und verdienst mehr. Im Minijob hast du keinen vollen Versicherungsschutz und maximal 603 EUR/Monat.

Verliere ich mein BAföG im Midijob?

BAföG gibt es nur für Studierende. Im Midijob nach dem Studium hast du keinen BAföG-Anspruch mehr. Während des Studiums ist ein Midijob theoretisch möglich, aber der Werkstudentenjob ist für BAföG-Empfänger besser.

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Stand: Oktober 2026· Alle Angaben ohne Gewähr