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Gehalt & Steuern10. März 2026

Vom Werkstudent zum Midijob – Wann lohnt es sich?

Werkstudent oder Midijob? Unterschiede bei Gehalt, Sozialversicherung und Steuern. Wann sich der Wechsel zum Midijob lohnt und worauf du achten musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Midijob: 538-2.000 EUR brutto mit reduzierten SV-Beiträgen und vollem Versicherungsschutz
  • Nach dem Studium oft vorteilhafter als Werkstudentenjob – KV ist inklusive
  • Werkstudenten-Privileg gilt nur während des Studiums – endet mit Exmatrikulation
  • Im Midijob: Keine 20-Stunden-Grenze mehr, dafür gleitende SV-Beiträge
  • Beim Übergang: Arbeitsvertrag anpassen und Krankenkasse informieren

Werkstudent vs. Midijob – was ist der Unterschied?

Als Werkstudent bist du Student und arbeitest maximal 20h/Woche mit dem Vorteil des Werkstudenten-Privilegs (nur Rentenversicherung). Ein Midijob ist ein reguläres Arbeitsverhältnis mit einem Verdienst zwischen 538,01 und 2.000 EUR pro Monat, bei dem reduzierte Sozialversicherungsbeiträge gelten.

Die Frage stellt sich typischerweise nach dem Studium: Wenn du nicht direkt eine Vollzeitstelle findest, kann ein Midijob eine Übergangs- oder Einstiegslösung sein.

Wann endet der Werkstudenten-Status?

Dein Werkstudenten-Status endet, wenn:

  • Du exmatrikuliert wirst (Studienende)
  • Du regelmäßig über 20 Stunden/Woche arbeitest (Vorlesungszeit)
  • Du ein Urlaubssemester nimmst (kein Studierendenstatus mehr)

Nach der Exmatrikulation fällt das Werkstudenten-Privileg weg. Wenn du dann bei deinem Arbeitgeber weiterarbeitest, wirst du entweder als Midijobber oder normaler Angestellter eingestuft.

Der Midijob (Übergangsbereich)

Was ist das?

  • Verdienst: 538,01 – 2.000 EUR brutto/Monat
  • Sozialversicherung: Reduzierte Arbeitnehmerbeiträge (gestaffelt, nicht volle 20%)
  • Voller Versicherungsschutz: Kranken-, Renten-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung
  • Volle Leistungen: Trotz reduzierter Beiträge volle Rentenansprüche

Berechnung der Beiträge

Im Midijob werden die Arbeitnehmer-Beiträge gleitend berechnet:

  • Bei 538,01 EUR: Ca. 0% Arbeitnehmerbeitrag (nur Arbeitgeber zahlt)
  • Bei 1.000 EUR: Ca. 14% Arbeitnehmerbeitrag
  • Bei 2.000 EUR: Volle 20% Arbeitnehmerbeitrag (wie normale Angestellte)

Vergleich: Werkstudent vs. Midijob

Werkstudent (1.300 EUR brutto, 20h/Woche)

  • RV-Beitrag: -121 EUR (9,3%)
  • KV/PV/AV: 0 EUR (Privileg)
  • Studentische KV: -115 EUR (separat)
  • Lohnsteuer: -ca. 15 EUR
  • Verfügbar: ca. 1.049 EUR

Midijob (1.300 EUR brutto, z.B. 25h/Woche)

  • Gleitende SV-Beiträge: -ca. 170 EUR
  • KV inklusive (kein Extra-Beitrag!)
  • Lohnsteuer: -ca. 15 EUR
  • Verfügbar: ca. 1.115 EUR

Überraschung: Im Midijob hast du in diesem Beispiel sogar mehr netto, weil die Krankenversicherung inkludiert ist statt separat 115 EUR zu kosten!

Wann lohnt sich der Midijob?

  • Nach dem Studium: Wenn du keinen Vollzeitjob findest, ist ein Midijob besser als nichts – du bist voll sozialversichert
  • Übergangsphase: Zwischen Studium und Festanstellung (3-6 Monate)
  • Teilzeitwunsch: Wenn du dauerhaft nur 15-25h arbeiten willst
  • Höheres Einkommen: Wenn du im Werkstudentenjob an die 20h-Grenze stößt

Wann lohnt sich der Werkstudentenjob mehr?

  • Während des Studiums: Das Werkstudenten-Privileg ist ein großer finanzieller Vorteil
  • BAföG: Im Werkstudenten-Status können BAföG-Freibeträge besser genutzt werden
  • Familienversicherung: Wenn du unter 538 EUR bleibst, bist du kostenlos über die Eltern versichert

Vom Werkstudent zum Midijob – was ändert sich?

  • Krankenversicherung: Du bist automatisch über den Arbeitgeber gesetzlich versichert – kein separater KV-Beitrag mehr
  • Alle SV-Beiträge: Du zahlst (gleitend) in alle 5 Sozialversicherungszweige ein
  • Arbeitslosengeld: Du baust Ansprüche auf – wichtig als Sicherheitsnetz
  • Rentenansprüche: Volle Rentenansprüche (beim Werkstudent nur anteilig)
  • Keine 20h-Grenze: Du darfst so viele Stunden arbeiten wie vereinbart

Tipps für den Übergang

  • Nahtlos wechseln: Kläre den Übergang mit deinem Arbeitgeber vor der Exmatrikulation
  • Vertragsanpassung: Der Arbeitsvertrag muss angepasst werden (kein Werkstudenten-Vertrag mehr)
  • Krankenkasse informieren: Die KV muss über die Statusänderung informiert werden
  • Gehaltsverhandlung: Bei Statuswechsel ist ein guter Zeitpunkt, über eine Gehaltserhöhung zu sprechen

Fazit

Der Midijob ist eine gute Übergangslösung nach dem Studium. Du bist voll sozialversichert bei reduzierten Beiträgen und hast keine 20-Stunden-Grenze mehr. Während des Studiums ist der Werkstudentenjob aber meistens vorteilhafter. Der Schlüssel: Rechne beide Varianten durch und wähle die, die für deine aktuelle Situation am besten passt.

Häufige Fragen

Kann ich während des Studiums einen Midijob statt Werkstudentenjob haben?
Theoretisch ja, aber es ist finanziell nachteilig. Im Midijob zahlst du SV-Beiträge auf alle 5 Zweige, im Werkstudentenjob nur Rentenversicherung. Solange du studierst, ist der Werkstudenten-Status fast immer besser.
Was ist besser nach dem Studium – Midijob oder Minijob?
Der Midijob ist deutlich besser: Du bist voll sozialversichert (Kranken-, Renten-, Arbeitslosenversicherung), baust Ansprüche auf und verdienst mehr. Im Minijob hast du keinen vollen Versicherungsschutz und maximal 538 EUR/Monat.
Verliere ich mein BAföG im Midijob?
BAföG gibt es nur für Studierende. Im Midijob nach dem Studium hast du keinen BAföG-Anspruch mehr. Während des Studiums ist ein Midijob theoretisch möglich, aber der Werkstudentenjob ist für BAföG-Empfänger besser.

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Stand: März 2026· Alle Angaben ohne Gewähr